
Die westfälische Küche ist ehrlich, bodenständig und voller Geschmack – genau wie die Menschen im Lipperland. Lippstadt, die Wasserstadt an der Lippe, liegt im Herzen Westfalens und verbindet lippische und westfälische Kochtraditionen auf einzigartige Weise. Hier trifft Pumpernickel auf Pickert, und deftige Eintöpfe wärmen an langen Winterabenden.
Ob Sie selbst den Kochlöffel schwingen oder die westfälische Genusskultur bei einem Kochkurs oder Genuss-Event in Lippstadt erleben möchten – hier sind drei authentische Rezepte zum Nachkochen.
1. Westfälischer Pickert – Der Kartoffelklassiker aus dem Lipperland
Der Pickert ist das Nationalgericht des Lipperlandes und in jedem Haushalt zwischen Lippstadt und Detmold zu Hause. Dieser Kartoffel-Hefe-Fladen wird traditionell in der Pfanne oder auf einer gusseisernen Platte gebacken. Ob süß mit Rübenkraut und Butter oder herzhaft mit Leberwurst – Pickert geht immer. Die Verbindung von geriebenen Kartoffeln, Mehl und Hefe ergibt eine einzigartig saftig-fluffige Textur, die man nur hier findet.
Zutaten (4 Personen)
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln, geschält und fein gerieben
- 500 g Mehl (Type 405)
- 1 Würfel frische Hefe (42 g)
- 250 ml lauwarme Milch
- 2 Eier
- 100 g Rosinen (optional, aber traditionell)
- 1 TL Salz
- 1 Prise Zucker
- Butterschmalz zum Braten
Zubereitung
- Hefe ansetzen: Die Hefe in lauwarmer Milch mit einer Prise Zucker auflösen und 10 Minuten gehen lassen, bis sie schäumt.
- Teig bereiten: Geriebene Kartoffeln gut ausdrücken. Mit Mehl, Eiern, Hefemilch und Salz zu einem geschmeidigen Teig verrühren. Rosinen unterheben.
- Gehen lassen: Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist.
- Backen: Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Den Teig portionsweise hineingeben und zu ca. 1,5 cm dicken Fladen formen. Bei mittlerer Hitze von jeder Seite 5–7 Minuten goldbraun backen.
- Servieren: Heiß aus der Pfanne mit Butter und Rübenkraut servieren – oder herzhaft mit Lippischer Leberwurst.
Tipp vom Lipperland: Das Geheimnis eines guten Pickerts ist die Geduld beim Gehenlassen. Je länger der Teig ruht, desto lockerer wird das Ergebnis.
2. Blindhuhn – Der westfälische Gemüse-Bohnen-Eintopf
Trotz des Namens enthält Blindhuhn kein Huhn – der Name stammt vermutlich daher, dass selbst ein blindes Huhn in diesem reichhaltigen Eintopf etwas Gutes finden würde. Dieses uralte westfälische Gericht vereint grüne Bohnen, Kartoffeln, Möhren und Äpfel mit durchwachsenem Speck zu einem herzhaft-süßen Eintopf, der typisch für die Region zwischen Lippstadt und Paderborn ist.
Zutaten (4 Personen)
- 250 g durchwachsener Speck, am Stück
- 500 g grüne Bohnen, in Stücke geschnitten
- 500 g festkochende Kartoffeln, gewürfelt
- 3 Möhren, in Scheiben geschnitten
- 2 säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop), geschält und gewürfelt
- 2 Birnen, geschält und gewürfelt
- 1 große Zwiebel, gewürfelt
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 2 Zweige Bohnenkraut
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
- 2 EL Essig
Zubereitung
- Speck kochen: Den Speck im Ganzen in der Brühe ca. 30 Minuten weich kochen. Herausnehmen und beiseitelegen.
- Gemüse garen: Kartoffeln und Möhren in die Brühe geben und 10 Minuten kochen. Dann die grünen Bohnen und das Bohnenkraut hinzufügen.
- Obst zugeben: Nach weiteren 10 Minuten die Apfel- und Birnenstücke sowie die Zwiebel in den Eintopf geben. Alles zusammen noch 10 Minuten sanft köcheln lassen.
- Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer, einer guten Prise Muskat und dem Essig würzen. Die süß-saure Balance ist entscheidend!
- Anrichten: Den Speck in dicke Scheiben schneiden und auf dem Eintopf anrichten.
Westfälisch serviert: Dazu gehört kräftiges Schwarzbrot – am besten echtes westfälisches Pumpernickel.
3. Pumpernickel-Dessert – Westfälische Schwarzbrot-Schichtcreme
Dieses Pumpernickel-Dessert ist die süße Seele Westfalens im Glas. Das tiefschwarze, malzige Brot wird zerbröselt und mit Sahne, Kirschen und einem Hauch Schokolade geschichtet – ein Dessert, das auf keiner westfälischen Festtafel fehlt. In Lippstadt und Umgebung wird es gern als krönender Abschluss eines deftigen Mahls gereicht.
Zutaten (4 Gläser)
- 200 g echtes westfälisches Pumpernickel
- 400 ml Schlagsahne
- 2 EL Zucker
- 1 Päckchen Sahnesteif
- 1 Glas Sauerkirschen (350 g, abgetropft)
- 50 g Zartbitterschokolade, fein geraspelt
- 2 EL Kirschwasser (optional)
- 1 TL Vanilleextrakt
Zubereitung
- Pumpernickel zerbröseln: Das Pumpernickel in grobe Brösel zerkleinern – nicht zu fein, die Textur soll spürbar bleiben.
- Sahne schlagen: Die Sahne mit Zucker, Sahnesteif und Vanilleextrakt steif schlagen.
- Kirschen vorbereiten: Die abgetropften Kirschen nach Belieben mit dem Kirschwasser beträufeln.
- Schichten: In die Gläser abwechselnd Pumpernickel-Brösel, Sahne und Kirschen schichten. Mit einer Sahneschicht abschließen.
- Garnieren: Mit geraspelter Zartbitterschokolade und einigen Kirschen dekorieren.
- Durchziehen lassen: Mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen – so verbinden sich die Aromen perfekt.
Geheimtipp: Über Nacht im Kühlschrank wird das Dessert noch intensiver, weil das Pumpernickel die Aromen aufsaugt.
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