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Rheinische Küche: 3 Rezepte vom Mittelrhein bei Neuwied

Die rheinische Küche ist so vielschichtig wie die Landschaft am Mittelrhein – geprägt von Wein, Kartoffeln und einer jahrhundertealten Genusskultur. Neuwied, am linken Rheinufer zwischen Koblenz und Andernach gelegen, ist umgeben von Weinbergen, fruchtbaren Böden und einer Kochtradition, die das Beste aus einfachen Zutaten herausholt: Döppekooche, Sauerbraten und Quetschekuche erzählen Geschichten von Erntefesten und rheinischer Gemütlichkeit.

Ob Sie die rheinische Küche selbst ausprobieren oder bei einem Genuss-Event in Neuwied erleben möchten – hier finden Sie drei authentische Rezepte vom Mittelrhein.

1. Döppekooche – Rheinischer Kartoffelkuchen aus dem Bräter

Der Döppekooche (wörtlich: „Topfkuchen“) ist das rheinische Nationalgericht rund um Neuwied, Koblenz und den Westerwald. Dieser massive Kartoffelkuchen wird traditionell im gusseisernen Bräter (dem „Döppe“) stundenlang im Ofen gebacken, bis außen eine knusprig-dunkle Kruste entsteht und innen alles saftig-würzig bleibt. Auf Kirmes und Weinfesten ist er ein Muss – am besten mit Apfelmus und einem Glas Riesling.

Zutaten (6–8 Personen)

  • 2,5 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 300 g durchwachsener Speck, in kleine Würfel geschnitten
  • 2 Mettwurstenden (ca. 200 g, optional aber traditionell)
  • 3 große Zwiebeln, fein gerieben
  • 4 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Butter oder Schmalz zum Einfetten

Zubereitung

  1. Kartoffeln reiben: Die Kartoffeln schälen und auf der feinen Reibe reiben. In ein Sieb geben und die Flüssigkeit auffangen. Die Stärke, die sich am Boden absetzt, wieder unter die Kartoffelmasse rühren – das Wasser weggeben.
  2. Masse bereiten: Die geriebenen Kartoffeln mit den Zwiebeln, Eiern, Speckwürfeln, Salz, Pfeffer und einer großzügigen Prise Muskat vermengen.
  3. Bräter vorbereiten: Einen schweren gusseisernen Bräter (oder eine tiefe Auflaufform) dick mit Butter einfetten. Die Kartoffelmasse einfüllen und glatt streichen. Die Mettwurstenden in die Mitte drücken.
  4. Backen: Mit geschlossenem Deckel bei 200 °C ca. 2 Stunden backen. Dann den Deckel abnehmen und weitere 30–45 Minuten backen, bis die Oberfläche dunkelbraun und knusprig ist.
  5. Servieren: Stükweise aus dem Bräter heben und mit Apfelmus und Rübenkraut servieren.

Rheinischer Tipp: Der Döppekooche schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt in der Pfanne fast noch besser – dann wird die Kruste richtig rösch!

2. Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen – Das Festtagsgericht vom Rhein

Der Rheinische Sauerbraten unterscheidet sich von allen anderen Sauerbraten-Varianten durch seine einzigartige süß-saure Soße mit Rosinen, Lebkuchen und Zuckerrübensirup. Am Mittelrhein bei Neuwied wird das Fleisch traditionell tagelang in einer Würzmarinade aus Essig, Wein und Gewürzen eingelegt – ein Gericht, das Geduld belohnt wie kein zweites. Auf jeder rheinischen Festtafel ist der Sauerbraten der unbestrittene Star.

Zutaten (4–6 Personen)

Für die Marinade:

  • 500 ml Rotweinessig
  • 500 ml trockener Rotwein
  • 500 ml Wasser
  • 2 Zwiebeln, grob geschnitten
  • 2 Karotten, grob geschnitten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 10 Wacholderbeeren, leicht zerdrückt
  • 10 Pfefferkörner
  • 5 Nelken
  • 1 EL Senfkörner

Für den Braten:

  • 1,5 kg Rindfleisch (Oberschale oder Sauerbraten vom Metzger)
  • 3 EL Butterschmalz
  • 100 g Rosinen
  • 100 g Printen oder Lebkuchen, zerkrümelt
  • 3 EL Zuckerrübensirup
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  1. Marinieren (3–5 Tage vorher): Alle Marinaden-Zutaten aufkochen und abkühlen lassen. Das Fleisch in eine Schüssel legen und mit der Marinade bedecken. Zugedeckt im Kühlschrank 3–5 Tage ziehen lassen, täglich wenden.
  2. Anbraten: Das Fleisch aus der Marinade nehmen, trockentupfen. Die Marinade durch ein Sieb gießen und aufheben. Das Fleisch im heißen Butterschmalz rundum kräftig anbraten.
  3. Schmoren: Das Marinaden-Gemüse mitanbraten, dann mit der aufgefangenen Marinade ablöschen. Zugedeckt bei 160 °C ca. 2,5–3 Stunden schmoren, bis das Fleisch butterzart ist.
  4. Soße verfeinern: Das Fleisch herausnehmen und warm halten. Die Soße durch ein Sieb passieren. Zerkrümelte Printen, Rosinen und Zuckerrübensirup einrühren und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Soße seidig-dicklich ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Servieren: Das Fleisch in dicke Scheiben schneiden und mit der Soße nappieren.

Dazu passen: Kartoffelklöße und Apfelrotkohl – die klassische rheinische Dreifaltigkeit auf dem Teller.

3. Quetschekuche – Rheinischer Zwetschgenkuchen vom Blech

Wenn im Spätsommer die Zwetschgen (am Rhein liebevoll „Quetschen“ genannt) reif werden, duftet es in Neuwied und Umgebung aus jedem Backofen. Der Quetschekuche ist untrennbar mit der Erntezeit am Mittelrhein verbunden – ein einfacher Hefeteigkuchen, dicht belegt mit halbierten Zwetschgen, bestreut mit Zimt und Zucker. Er gehört auf jedes Weinfest, jeden Kaffeeklatsch und jede Familienfeier.

Zutaten (1 Blech, ca. 12 Stücke)

Für den Hefeteig:

  • 500 g Mehl (Type 405)
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 200 ml lauwarme Milch
  • 80 g Zucker
  • 80 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • Abrieb einer halben Zitrone

Für den Belag:

  • 2 kg reife Zwetschgen (Quetschen!)
  • 3 EL Zucker
  • 2 TL Zimt
  • 3 EL Semelbrösel (verhindern, dass der Boden durchweicht)

Zubereitung

  1. Hefeteig: Die Hefe in der lauwarmen Milch mit einer Prise Zucker auflösen. Mehl, restlichen Zucker, Butter, Ei, Salz und Zitronenabrieb vermengen. Die Hefemilch dazugeben und alles 10 Minuten zu einem glatten Teig kneten. Zugedeckt 1 Stunde gehen lassen.
  2. Zwetschgen vorbereiten: Die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. Wichtig: Längs aufschneiden, nicht quer!
  3. Teig ausrollen: Den Teig auf einem gefetteten Backblech ausrollen. Mit Semelbröseln bestreuen (Geheimtipp gegen matschigen Boden!).
  4. Belegen: Die Zwetschgenhälften dicht an dicht, leicht überlappend, mit der Schnittfläche nach oben auf den Teig setzen. Mit Zucker und Zimt bestreuen.
  5. Backen: Nochmals 20 Minuten gehen lassen. Dann bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 30–35 Minuten backen, bis der Rand goldbraun ist und die Zwetschgen leicht karamellisieren.

Servieren: Lauwarm mit einem großzügigen Klecks geschlagener Sahne – oder, wie am Rhein üblich, zu einer Tasse starkem Kaffee am Nachmittag.

Rheinisch genießen in Neuwied

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Lesen Sie auch unseren Beitrag Weinprobe für Einsteiger: So schmecken Sie wie ein Profi – perfekt als Vorbereitung auf ein Tasting am Rhein!

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