
Die mecklenburgische Küche ist ehrlich, kräftig und von der norddeutschen Seenlandschaft geprägt. Rund um Neubrandenburg, die Stadt der vier Tore am Tollensesee, kommen Süßwasserfisch, deftiger Schweinebraten und Beeren aus den Wäldern auf den Tisch. Es ist eine Küche, die sich nie verbiegen musste – weil ihre Zutaten für sich sprechen.
Entdecken Sie drei herzhafte Rezepte aus Mecklenburg – oder erleben Sie die regionale Küche bei einem Kochkurs oder Genuss-Event in Neubrandenburg.
1. Mecklenburger Rippenbraten mit Backpflaumen
Der Rippenbraten ist das Sonntagsessen in Mecklenburg schlechthin. Schweinerippchen werden langsam im Ofen geschmort, während getrocknete Pflaumen eine herb-süße Note beisteuern, die das fettige Fleisch perfekt ausbalanciert. Dieses Gericht findet man in jedem Dorfgasthof zwischen Neubrandenburg und der Mecklenburger Schweiz.
Zutaten (4 Personen)
- 1,5 kg Schweinerippchen (Kasseler Rippchen, am Stück)
- 150 g getrocknete Pflaumen (Backpflaumen), entsteint
- 2 Zwiebeln, geviertelt
- 2 Äpfel (säuerlich, z. B. Boskoop), geachtelt
- 500 ml Fleischbrühe
- 200 ml dunkles Bier
- 2 EL Butterschmalz
- 1 EL Tomatenmark
- Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel
Zubereitung
- Fleisch würzen: Die Rippchen mit Salz, Pfeffer, Majoran und Kümmel kräftig einreiben.
- Anbraten: Im heißen Butterschmalz das Fleisch von beiden Seiten goldbraun anbraten. Herausnehmen.
- Gemüse: Zwiebeln im Bratfett anrösten, Tomatenmark kurz mitrösten. Mit Bier ablöschen.
- Schmoren: Fleisch zurücklegen, Brühe angießen. Backpflaumen und Apfelspalten rund um das Fleisch verteilen. Zugedeckt bei 170 °C ca. 2 Stunden schmoren.
- Kruste: In den letzten 20 Minuten den Deckel abnehmen und die Temperatur auf 200 °C erhöhen. Die Schwarte mit dem Bratensud bepinseln.
Dazu passen: Salzkartoffeln und gedünsteter Rotkohl – so kommt der Rippenbraten in jeder mecklenburgischen Familie auf den Tisch.
2. Tollensefisch nach Mecklenburger Art
Der Tollensesee direkt vor den Toren Neubrandenburgs liefert seit jeher Zander, Hecht und Barsch. Die mecklenburgische Zubereitungsart ist denkbar einfach und gerade deshalb so gut: In Butter gebratener Fisch mit einer Dill-Butter-Soße – mehr braucht es nicht, wenn der Fisch frisch ist.
Zutaten (4 Personen)
- 4 Zanderfilets (je ca. 180 g, mit Haut)
- 80 g Butter
- 2 EL Mehl zum Wenden
- 1 Bund frischer Dill, fein gehackt
- 1 Schalotte, fein gewürfelt
- 100 ml trockener Weißwein
- Saft einer halben Zitrone
- Salz, weißer Pfeffer
Zubereitung
- Fisch vorbereiten: Die Zanderfilets salzen, pfeffern und auf der Hautseite leicht in Mehl wenden.
- Braten: 40 g Butter in einer großen Pfanne aufschäumen lassen. Die Filets mit der Hautseite nach unten einlegen und bei mittlerer Hitze 4 Minuten braten, bis die Haut knusprig ist. Vorsichtig wenden und weitere 2 Minuten garen. Herausnehmen.
- Dill-Butter-Soße: Die restliche Butter in die Pfanne geben. Schalotte kurz anschwitzen, mit Weißwein ablöschen und zur Hälfte einkochen lassen. Zitronensaft und den gehackten Dill einrühren.
- Servieren: Die Filets auf vorgewirmten Tellern anrichten und mit der Dill-Butter übergießen.
Dazu passt: Petersilienkartoffeln und ein frischer Gurkensalat mit Dill – so einfach, so mecklenburgisch.
3. Rote Grütze mit Vanillesoße
Rote Grütze ist das Nationaldessert Norddeutschlands – und in Mecklenburg wird es mit besonderer Hingabe zubereitet. Die Beeren stammen aus den Gärten und Wäldern rund um die Mecklenburgische Seenplatte: Johannisbeeren, Himbeeren und Kirschen, eingedickt mit Sago und serviert mit einer selbstgemachten Vanillesoße.
Zutaten (4 Personen)
Für die Rote Grütze:
- 300 g rote Johannisbeeren
- 200 g Himbeeren
- 200 g Sauerkirschen (entsteint)
- 150 g Zucker
- 500 ml roter Fruchtsaft (Johannisbeere oder Kirsche)
- 3 EL Speisestärke (oder Sago)
- 1 Spritzer Zitronensaft
Für die Vanillesoße:
- 500 ml Milch
- 1 Vanilleschote, aufgeschlitzt
- 3 Eigelb
- 60 g Zucker
- 1 EL Speisestärke
Zubereitung
- Grütze kochen: Fruchtsaft mit Zucker aufkochen. Die Beeren (bis auf die Himbeeren) dazugeben und 5 Minuten sanft kochen lassen.
- Andicken: Speisestärke in 3 EL kaltem Wasser anrühren und in die kochende Fruchtmasse einrühren. 2 Minuten unter Rühren köcheln lassen.
- Himbeeren: Vom Herd nehmen, die Himbeeren und den Zitronensaft unterheben. In Dessertschälchen füllen und mindestens 3 Stunden kalt stellen.
- Vanillesoße: Milch mit dem ausgekratzten Vanillemark aufkochen. Eigelb, Zucker und Stärke verquirlen. Die heiße Milch unter Rühren dazugießen und bei schwacher Hitze zur Rose abziehen (nicht kochen!). Durch ein Sieb passieren und kalt stellen.
- Servieren: Die Rote Grütze mit einem großzügigen Guss Vanillesoße servieren.
Mecklenburg-Tipp: In Neubrandenburg wird die Rote Grütze im Sommer gern mit frischer Sahne statt Vanillesoße gegessen – beides ist richtig!
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