
Direkt am Main und nur eine S-Bahn-Station von Frankfurt entfernt, hat sich Offenbach zur wohl multikulturellsten Stadt Deutschlands entwickelt – und das schmeckt man. Über 160 Nationen prägen die Gastronomie, während hessische Traditionen wie Äppelwoi und Handkäs lebendig bleiben.
Probieren Sie drei Rezepte aus Offenbachs kulinarischem Schmelztiegel – oder erleben Sie die Genusskultur bei einem Kochkurs oder Genuss-Event in Offenbach.
1. Handkäs mit Musik – Der hessische Klassiker
Kein Gericht ist so hessisch wie Handkäs mit Musik. Der Sauermilchkäse wird in einer würzigen Marinade aus Zwiebeln, Essig und Öl eingelegt – die „Musik“ bezieht sich angeblich auf die Verdauungsgeräusche danach. In den Ebbelwoi-Wirtschaften von Offenbach-Bürgel gehört er zu jedem Besuch.
Zutaten (4 Personen)
- 4 Handkäse (je ca. 125 g, Harzer Käse)
- 3 große Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten
- 6 EL Essig (Apfelessig oder Weinessig)
- 4 EL Sonnenblumenöl
- 1 TL Kümmel (ganz)
- Salz, Pfeffer
- Frischer Schnittlauch
- Bauernbrot
- Butter
Zubereitung
- Marinade: Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Kümmel in einer Schüssel verrühren.
- Zwiebeln: Die Zwiebelringe in die Marinade geben und gut durchmischen.
- Käse einlegen: Die Handkäse in eine flache Schale legen und mit der Zwiebelmarinade übergießen. Mindestens 3 Stunden – besser über Nacht – im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Servieren: Den Käse mit der Marinade auf Teller geben. Mit Schnittlauch bestreuen. Dazu frisches Bauernbrot mit Butter reichen.
Tipp: Authentisch wird Handkäs mit Äppelwoi (Apfelwein) getrunken – am besten aus dem Bembel, dem traditionellen Steingutkrug. In Offenbach gibt es ihn in Bürgel noch aus eigener Herstellung.
2. Offenbacher Lahmacun – Türkische Pizza vom Main
Offenbach hat eine der größten türkischen Communitys Deutschlands, und Lahmacun – die hauchdünne türkische Pizza – gehört hier zum Alltag. In den Bäckereien der Frankfurter Straße wird er frisch aus dem Steinofen geholt und mit Salat, Zitrone und Joghurt serviert. Dieses Rezept bringt das Offenbacher Straßenessen in Ihre Küche.
Zutaten (8 Stück)
- Teig:
- 300 g Mehl
- 150 ml lauwarmes Wasser
- 1 EL Olivenöl
- ½ TL Salz
- Belag:
- 250 g Rinderhackfleisch (oder Lammhack)
- 2 Tomaten, fein gewürfelt
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 Paprika, fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 1 Bund glatte Petersilie, gehackt
- 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
- 1 TL Kreuzkümmel
- ½ TL Chiliflocken
- Salz, Pfeffer
- Zum Servieren: Eisbergsalat, Zitronenspalten, Joghurt
Zubereitung
- Teig: Mehl, Wasser, Öl und Salz zu einem geschmeidigen Teig verkneten. 30 Minuten ruhen lassen. In 8 Kugeln teilen und sehr dünn ausrollen.
- Belag: Hackfleisch, Tomaten, Zwiebel, Paprika, Tomatenmark, Petersilie und Gewürze gut vermischen. Die Masse sollte fein und gleichmäßig sein.
- Belegen: Die Fleischmischung dünn auf die Teigfladen streichen – bis zum Rand!
- Backen: Im vorgeheizten Ofen bei 250 °C (höchste Stufe) auf einem heißen Backblech 5–7 Minuten backen, bis der Rand knusprig ist.
- Servieren: Mit Eisbergsalat, einem Spritzer Zitrone und einem Klecks Joghurt aufrollen.
Tipp: Der Teig muss hauchdünn sein – fast durchsichtig. Je dünner, desto knuspriger und authentischer wird das Ergebnis. In Offenbach wird Lahmacun oft zusammen mit Ayran serviert.
3. Hessische Rippchen mit Sauerkraut und Äppelwoi-Sauce
Rippchen mit Kraut ist das Leibgericht der Hessen – und in Offenbach wird es in den Ebbelwoi-Wirtschaften ebenso zelebriert wie in Frankfurt. Die Rippchen werden mit Äppelwoi geschmort, was dem Fleisch eine fruchtige Säure verleiht, die perfekt zum Sauerkraut passt.
Zutaten (4 Personen)
- 1,2 kg Kasseler Rippchen (gerippt)
- 750 g Sauerkraut
- 500 ml Äppelwoi (hessischer Apfelwein)
- 2 Zwiebeln, grob gewürfelt
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Wacholderbeeren
- 1 TL Kümmel
- 2 EL Schmalz
- 1 EL Zucker
- Salz, Pfeffer
- Kartoffelpüree (als Beilage)
Zubereitung
- Rippchen: Die Rippchen in Portionsstücke teilen. In Schmalz von beiden Seiten anbraten.
- Sauerkraut: Zwiebeln dazu geben und glasig dünsten. Sauerkraut zugeben, mit dem Apfelwein aufgießen. Lorbeer, Wacholder und Kümmel dazu.
- Schmoren: Die Rippchen auf das Kraut legen. Bei geschlossenem Deckel 1,5 Stunden bei niedriger Hitze schmoren.
- Abschmecken: Das Kraut mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce soll fruchtig-säuerlich sein.
- Servieren: Rippchen auf dem Kraut anrichten, mit Kartoffelpüree und Senf servieren.
Tipp: Verwenden Sie einen guten, herben Apfelwein – keinen Süßen. In Offenbach-Bürgel können Sie den Äppelwoi direkt aus der Kelterei holen.
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