
Herne im Herzen des Ruhrgebiets verkörpert ehrliche Bergmannsküche. Rund um Cranger Kirmes und Mondpalast hat sich eine bodenständige Kochkultur entwickelt, die deftige Eintöpfe und herzhafte Fleischgerichte liebt. Entdecken Sie bei einem Kochkurs in Herne die Aromen der Region.
Sauerländer Potthucke mit Mettwurst
Die Potthucke ist ein Klassiker aus dem Sauerland, der auch im Ruhrgebiet geschätzt wird. Kartoffeln und Brotreste werden zu einem Auflauf verarbeitet, der in der Pfanne knusprig gebraten wird – ein Gericht, das keinen hungrigen Bergmann verlassen hat.
Zutaten (für 4 Personen)
- 1,5 kg festkochende Kartoffeln
- 400 g altbackenes Weißbrot
- 500 ml Milch
- 4 Eier
- 200 g durchwachsener Speck, gewürfelt
- 2 Zwiebeln
- 1 Bund Petersilie
- Salz, Pfeffer, Muskat
- 4 Mettwürste
- Schmalz zum Braten
- Apfelmus zum Servieren
Zubereitung
- Brot in kleine Würfel schneiden und mit heißer Milch übergießen. 20 Minuten ziehen lassen.
- Kartoffeln schälen und fein reiben. In ein Tuch geben und gut ausdrücken, damit die Flüssigkeit herausläuft.
- Speck in einer Pfanne auslassen, Zwiebeln fein würfeln und mitbraten. Beides zur Kartoffel-Brot-Masse geben.
- Eier und Petersilie zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen. Alles gut vermengen.
- Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Kartoffelmasse einfüllen, Mettwürste in der Mitte einlegen und mit weiterer Masse bedecken.
- Bei 180 °C Ober-/Unterhitze 90 Minuten backen. 10 Minuten ruhen lassen, stürzen und in Scheiben schneiden. Die Scheiben in Schmalz goldbraun braten und mit Apfelmus servieren.
Tipp: Die Potthucke schmeckt am besten am zweiten Tag – die Scheiben in Butter oder Schmalz knusprig braten. Traditionell wird sie mit einem Glas Pils oder einem Klaren serviert.
Puffbohnen mit Speck und Graubrot
Puffbohnen, auch Dicke Bohnen genannt, sind ein traditionelles Sommergericht im Ruhrgebiet. Mit Speck, Zwiebeln und Bohnenkraut ergibt sich ein einfaches, aber nahrhaftes Essen, das früher jeden Bergmann satt machte.
Zutaten (für 4 Personen)
- 1,5 kg frische Puffbohnen (in der Schote)
- 250 g durchwachsener Speck, gewürfelt
- 2 große Zwiebeln
- 1 Bund Bohnenkraut (frisch)
- 2 EL Butter
- 500 ml Gemüsebrühe
- 1 TL Kümmel
- Salz, Pfeffer
- 1 EL Mehl zum Binden
- 100 ml Sahne
- Graubrot zum Servieren
Zubereitung
- Puffbohnen aus den Schoten pulen. In kochendem Salzwasser mit Bohnenkraut 8 Minuten blanchieren, abschrecken und die äußere Haut abziehen.
- Speck in einer großen Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze auslassen, bis er leicht knusprig ist. Zwiebeln würfeln und dazugeben, 5 Minuten glasig dünsten.
- Mehl über den Speck stäuben und kurz anrösten. Mit Brühe ablöschen und verrühren.
- Bohnen zugeben, Kümmel und frisches Bohnenkraut (klein gehackt) einrühren. 10 Minuten köcheln lassen.
- Sahne unterrühren und weitere 5 Minuten ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- In tiefen Tellern mit einer dicken Scheibe Graubrot zum Aufstippen servieren.
Tipp: Das Abziehen der Bohnenhaut ist Fleißarbeit, lohnt sich aber: So werden die Bohnen besonders cremig. Bei TK-Puffbohnen entfällt dieser Schritt, der Geschmack ist aber nicht ganz so intensiv.
Rheinischer Sauerbraten
Der Rheinische Sauerbraten ist eine der ältesten deutschen Fleischspezialitäten, und im Ruhrgebiet wird er mit einer typisch süßen Rosinensoße serviert. Die Marinade aus Rotwein, Essig und Gewürzen macht ihn außergewöhnlich zart und aromatisch.
Zutaten (für 4 Personen)
- 1,5 kg Rinderbraten (aus der Keule)
- Marinade: 500 ml Rotwein, 500 ml Rotweinessig, 500 ml Wasser
- 3 Zwiebeln, 2 Karotten, 1 Stück Sellerie, 1 Lauchstange
- 5 Lorbeerblätter, 10 Wacholderbeeren, 10 Pfefferkörner, 5 Nelken
- 2 EL Butterschmalz
- 100 g Rosinen
- 2 EL Rübenkraut oder Zuckerrübensirup
- 50 g Lebkuchen, zerkrümelt
- 2 EL Mehl
- Salz, Pfeffer
- Kartoffelklöße und Rotkohl als Beilage
Zubereitung
- Für die Marinade: Rotwein, Essig und Wasser aufkochen, Gemüse grob schneiden, Gewürze zugeben und abkühlen lassen. Den Braten in einen Topf oder eine Schüssel legen, mit der Marinade übergießen und 4 bis 5 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Täglich wenden.
- Braten aus der Marinade nehmen und trocken tupfen. Marinade durch ein Sieb gießen, Gemüse und Gewürze auffangen.
- Butterschmalz in einem großen Schmortopf erhitzen. Fleisch rundherum scharf anbraten, herausnehmen.
- Gemüse aus der Marinade in den Topf geben, 5 Minuten anrösten. Braten zurück in den Topf, mit 500 ml der Marinade angießen. Zugedeckt bei schwacher Hitze 2,5 Stunden schmoren.
- Braten warm halten. Soße durch ein Sieb passieren, zurück in den Topf gießen. Rosinen, Rübenkraut und zerkrümelten Lebkuchen einrühren. Mit Mehl binden, 10 Minuten köcheln.
- Sauerbraten in Scheiben schneiden und mit der Soße, Kartoffelklößen und Rotkohl servieren.
Tipp: Ein echter Rheinischer Sauerbraten braucht mindestens 4 Tage in der Marinade – das macht ihn zart und gibt ihm das typisch säuerliche Aroma. Der Lebkuchen gibt der Soße die typische dunkle Farbe und einen Hauch von Weihnachten.
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