
Gelsenkirchen steht für Ruhrgebiets-Charakter pur – eine Stadt, die sich vom Bergbau-Standort zum lebendigen Kulturort gewandelt hat. Die Küche des Reviers ist ehrlich, herzhaft und von der Arbeiterkultur geprägt.
Probieren Sie drei deftige Rezepte aus dem Ruhrgebiet – oder erleben Sie die regionale Genusskultur bei einem Kochkurs oder Genuss-Event in Gelsenkirchen.
1. Westfälischer Pfefferpotthast – Würziger Rindfleischeintopf
Der Pfefferpotthast ist einer der ältesten Eintöpfe Westfalens – erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Zartes Rindfleisch in einer pfeffrigen, mit Zwiebeln und Kapern verfeinerten Sauce ist Soulfood aus dem Pott im besten Sinne.
Zutaten (4 Personen)
- 800 g Rindfleisch (Schulter oder Bug), in große Würfel geschnitten
- 4 große Zwiebeln, grob gewürfelt
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Nelken
- 2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
- 1 EL Kapern
- 2 EL Butterschmalz
- 500 ml Rinderbrühe
- 2 EL Semmelbrösel
- Saft einer Zitrone
- Salz
- Pumpernickel und eingelegte Gurken zum Servieren
Zubereitung
- Fleisch anbraten: Butterschmalz in einem schweren Topf erhitzen. Das Rindfleisch portionsweise scharf anbraten und herausnehmen.
- Zwiebeln dünsten: Die Zwiebeln im Bratfett glasig dünsten. Fleisch zurück in den Topf geben.
- Schmoren: Mit Rinderbrühe ablöschen. Lorbeerblätter, Nelken und Pfeffer zugeben. Zugedeckt bei niedriger Hitze 1,5–2 Stunden schmoren, bis das Fleisch butterweich ist.
- Binden: Semmelbrösel einrühren, um die Sauce leicht zu binden. Kapern und Zitronensaft zugeben. Mit Salz abschmecken.
- Servieren: Mit Pumpernickel und sauren Gurken servieren – so wie es im Revier Tradition ist.
Tipp: Je länger der Pfefferpotthast schmort, desto besser wird er. Bereiten Sie ihn am besten am Vortag zu – aufgewärmt schmeckt er noch intensiver.
2. Currywurst-Sauce nach Ruhrpott-Art
Die Currywurst ist die Seele der Ruhrgebiets-Budenkultur. In Gelsenkirchen gehört sie zum Stadion-Besuch genauso wie zum Feierabend an der Pommesbude. Das Geheimnis liegt in der hausgemachten Sauce – fruchtig, würzig und mit genau der richtigen Schärfe.
Zutaten (4 Personen)
- 4 Bratwu00fcrste (grob, vom Metzger)
- 400 ml passierte Tomaten
- 3 EL Tomatenmark
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 EL Apfelessig
- 2 EL brauner Zucker
- 2 EL Currypulver (Madras)
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1/2 TL Cayennepfeffer
- 1 EL Worcestersauce
- 1 EL Öl
- Salz, Pfeffer
- Pommes frites zum Servieren
Zubereitung
- Sauce kochen: Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel glasig dünsten. Tomatenmark anschwitzen. Mit passierten Tomaten ablöschen. Essig, Zucker, Currypulver, Paprika, Cayennepfeffer und Worcestersauce einrühren.
- Köcheln: Die Sauce bei niedriger Hitze 20 Minuten einkochen lassen, bis sie sämig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Würste braten: Die Bratwürste in einer Pfanne rundum goldbraun braten. In Scheiben schneiden.
- Servieren: Wurstscheiben mit der heißen Sauce übergießen, nochmals Currypulver darüberstreuen. Mit Pommes servieren.
Tipp: Im Pott streitet man leidenschaftlich über die richtige Currywurst-Sauce. Manche schwören auf einen Schuss Cola für extra Süße – probieren Sie es aus!
3. Blindhuhn – Deftiger Bohneneintopf aus Westfalen
Das Blindhuhn hat trotz des Namens nichts mit Geflügel zu tun – es ist ein deftiger westfälischer Bohneneintopf mit Äpfeln und Birnen, der das Süß-Herzhaft-Prinzip der Region perfekt verkörpert. Der Name stammt angeblich daher, dass selbst ein blindes Huhn genug Zutaten für dieses Gericht finden würde.
Zutaten (4 Personen)
- 250 g weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
- 250 g grüne Bohnen, geputzt
- 200 g durchwachsener Speck, am Stück
- 3 Kartoffeln, gewürfelt
- 2 Möhren, in Scheiben
- 2 Äpfel, geschält und gewürfelt
- 2 Birnen, geschält und gewürfelt
- 1 Zwiebel, gewürfelt
- 1 l Gemüsebrühe
- 2 Mettenden
- Bohnenkraut, Salz, Pfeffer
- 2 EL Essig
Zubereitung
- Bohnen kochen: Die eingeweichten weißen Bohnen mit dem Speck in der Brühe 45 Minuten kochen.
- Gemüse zugeben: Kartoffeln, Möhren, grüne Bohnen und Mettenden zum Topf geben. Weitere 20 Minuten köcheln.
- Obst einfügen: Äpfel und Birnen in den Eintopf geben und 10 Minuten mitgaren.
- Würzen: Speck und Mettenden herausnehmen und in Scheiben schneiden. Den Eintopf mit Bohnenkraut, Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.
- Servieren: Den Eintopf mit den Fleischeinlagen in tiefen Tellern anrichten.
Tipp: Blindhuhn schmeckt am zweiten Tag noch besser. Dazu passt kräftiges Schwarzbrot. Mehr Ruhrgebiets-Rezepte und kulinarische Events finden Sie bei Miomente in Gelsenkirchen.
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