
Trier ist nicht nur die älteste Stadt Deutschlands – sie ist auch eine der kulinarisch spannendsten. An der Mosel gelegen, wo Weinberge, Wald und römische Geschichte aufeinandertreffen, hat sich eine Küche entwickelt, die von Riesling, Kartoffeln und Viez (Apfelwein) lebt. Deftig, weingeprägt und voller Charakter.
Probieren Sie drei authentische Rezepte aus Deutschlands ältester Stadt – oder erleben Sie die regionale Genusskultur bei einem Kochkurs oder Genuss-Event in Trier.
1. Dibbelabbes – Trierer Kartoffel-Fleisch-Pfanne
Der Dibbelabbes (auch Dibbelabbes, Dippelabbes) ist das Nationalgericht der Region Trier. Der Name kommt von „Dippchen“ (Töpfchen) und „labbe“ (schlabbern) – ein deftiger Kartoffel-Fleisch-Kuchen, der in der gusseisernen Pfanne knusprig gebraten wird. In jedem Trierer Gasthaus steht er auf der Karte, und jede Familie hat ihre eigene Version.
Zutaten (4 Personen)
- 1,5 kg Kartoffeln, roh geschält
- 300 g Lyoner Wurst (oder Fleischwurst), gewürfelt
- 200 g durchwachsener Speck, fein gewürfelt
- 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
- 1 Stange Lauch, in feinen Ringen
- 3 Eier
- 3 EL Mehl
- Muskatnuss (großzügig)
- Salz, Pfeffer
- 3 EL Schmalz oder Butteröl
Zubereitung
- Kartoffeln reiben: Die Kartoffeln auf der groben Reibe reiben. In einem Küchentuch kräftig ausdrücken, um die Flüssigkeit zu entfernen.
- Masse mischen: Die ausgedrückten Kartoffeln mit Lyoner, Speck, Zwiebeln, Lauch, Eiern und Mehl gründlich vermengen. Kräftig mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen.
- Braten: Schmalz in einer großen gusseisernen Pfanne erhitzen. Die Kartoffelmasse gleichmäßig hineindrücken. Bei mittlerer Hitze 15–20 Minuten braten, bis die Unterseite goldbraun und knusprig ist.
- Wenden: Mit einem großen Teller stürzen und die andere Seite ebenso knusprig braten. Oder: Im Ofen bei 200 °C 30 Minuten fertigbacken.
- Servieren: In Stücke schneiden und heiß aus der Pfanne servieren.
Dazu passt: Apfelmus und ein grober Senf – und selbstverständlich ein Glas Viez (Trierer Apfelwein) oder ein Mosel-Riesling.
2. Mosel-Riesling-Suppe – Eleganz aus dem Weinberg
Die Mosel-Riesling-Suppe ist die feine Seite der Trierer Küche. Der Mosel-Riesling mit seiner lebendigen Säure und fruchtigen Eleganz wird hier zum Star einer samtigen Cremesuppe. In den Weinstuben und Gasthäusern rund um die Porta Nigra wird sie als festlicher Auftakt serviert – eine Suppe, die nach Moseltal und Schieferboden schmeckt.
Zutaten (4 Personen)
- 400 ml Mosel-Riesling (feinherb oder trocken)
- 300 ml Gemüsebrühe
- 200 ml Sahne
- 2 Eigelb
- 1 Schalotte, fein gewürfelt
- 1 EL Butter
- 1 EL Mehl
- 1 TL Zucker
- 1 Zimtstange
- 2 Gewürznelken
- Abrieb einer Zitrone
- Salz, weißer Pfeffer
- Frischer Schnittlauch
Zubereitung
- Basis: Butter in einem Topf schmelzen. Die Schalotte glasig dünsten. Mehl einrühren und 1 Minute anschweißen.
- Wein und Brühe: Mit dem Riesling ablöschen und glattrühren. Brühe, Zimtstange, Nelken und Zucker dazugeben. 15 Minuten bei niedriger Hitze köcheln.
- Gewürze entfernen: Zimtstange und Nelken herausnehmen.
- Legieren: Eigelb und Sahne verquirlen. Einige Löffel heiße Suppe einrühren (temperieren), dann die Mischung in die Suppe gießen. Bei schwacher Hitze unter Rühren erwärmen – nicht mehr kochen lassen!
- Abschmecken: Mit Zitronenabrieb, Salz und weißem Pfeffer verfeinern. Mit Schnittlauch garnieren.
Tipp: Je besser der Riesling, desto besser die Suppe. Verwenden Sie einen Wein, den Sie auch gerne trinken würden. Mehr über Wein erfahren Sie in unserem Einsteiger-Guide für Weinproben.
3. Viez-Kuchen – Trierer Apfelweinkuchen
Der Viez (vom lateinischen „vice“, als Ersatz für Wein) ist der Trierer Apfelwein und eine Institution in der Region. Der Viez-Kuchen verbindet diese Tradition mit der schwäbischen Backtradition: Ein saftiger Rührkuchen, der mit Viez getränkt und mit Äpfeln belegt wird. In den Viezkneipen rund um den Trierer Dom wird er zum Nachmittagskaffee serviert.
Zutaten (Springform 26 cm)
- 250 g Mehl
- 180 g Zucker
- 150 g weiche Butter
- 3 Eier
- 200 ml Viez (Apfelwein, ersatzweise trockener Cidre)
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 TL Zimt
- 3 säuerliche Äpfel (Boskoop)
- 2 EL Aprikosenmarmelade (zum Glasieren)
- Puderzucker
Zubereitung
- Teig: Butter und Zucker schaumig rühren. Die Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Zimt mischen und abwechselnd mit dem Viez unterheben.
- Äpfel: Die Äpfel schälen, vierteln und fächerförmig einschneiden (Hasselback-Stil).
- Zusammenbauen: Den Teig in die gefettete Springform füllen. Die Apfelviertel fächerförmig in den Teig drücken.
- Backen: Bei 175 °C Ober-/Unterhitze 45–50 Minuten backen (Stäbchenprobe).
- Glasieren: Die Aprikosenmarmelade erwärmen und den noch warmen Kuchen damit bestreichen. Mit Puderzucker bestäuben.
Tipp: In Trier gibt es den Viez in verschiedenen Varianten – vom süßen bis zum herben. Für den Kuchen eignet sich ein mittlerer, nicht zu saurer Viez am besten.
Trierer Küche erleben
Trier ist eine Stadt mit 2.000 Jahren Geschichte – und einer ebenso lebendigen Genusskultur. Entdecken Sie bei Miomente Kochkurse und kulinarische Erlebnisse in Trier. Und wenn Sie die Mosel-Weinwelt erkunden möchten, lesen Sie unseren Einsteiger-Guide für Weinproben.