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Arabica oder Robusta: Was sind die Unterschiede? | Kaffeelexikon

Die Kaffeesorte Arabica wird oft mit guter Qualität gleichgesetzt. Die Packungsaufschrift „100% Arabica“ suggeriert dem Kunden, er kaufe ein besonders hochwertiges Produkt. Robusta-Kaffee hat im Allgemeinen einen schlechten Ruf, er gilt als minderwertig und weniger schmackhafte Kaffeesorte. Warum eigentlich? Lasst euch nicht von der Werbung irremachen. Wir erklären euch die wahren Unterschiede zwischen Arabica und Robusta und brechen eine Lanze für eine unterschätzte Bohnensorte. Denn noch vor dem Röstgrad und dem Mahlgrad ist die Bohnensorte natürlich der wichtigste Faktor für den vollendeten Kaffeegenuss.

Ist Arabica wirklich besser als Robusta?

Vorab eine kurze Begriffsklärung: Robusta ist genau genommen nur eine der vielen Sorten der Kaffeeart Coffea canephora. Weil sie aber die am meisten genutzte Bohnensorte ist, hat es sich eingebürgert, von Robusta zu sprechen, wenn eigentlich Canephora gemeint ist. Ein schöner Fall von „Pars pro toto“, aber doch eher etwas aus der Kategorie „abseitiges Wissen“ für „Wer wird Millionär“. Wir würden es nicht als Gesprächsthema beim nächsten Blind Date empfehlen („Wusstest du eigentlich …?“). Aber hier in unserem kleinen Kaffeelexikon sind wir doch gerne mal korrekt.

Jetzt aber wird es interessant: Warum hat Canephora (Robusta) eigentlich so einen schlechten Ruf? Schaut man sich im Kaffeeregal im Supermarkt um, scheint „100% Arabica“ das schlagende Verkaufsargument zu sein. Die Beimischung von Canephora suggeriert hingegen ein minderwertiges Produkt, das man höchstens ungebetenen Gästen anbieten würde – um sie schnell wieder loszuwerden.

Das ist, wie die meisten Verallgemeinerungen, nicht gerechtfertigt. Woher kommt eigentlich die Geringschätzung des Robusta-Kaffees?

Arabica und Robusta
Geschmackssache - zweierlei Kaffee
Zwei, die sich ergänzen: Arabica und Robusta

Was ist der Unterschied zwischen Arabica und Robusta?

Der direkte Vergleich von Canephora (Robusta) mit Arabica ist problematisch und im Grunde nicht fair, denn dafür sind die beiden Kaffeearten zu unterschiedlich. Coffea arabica wird auf einer Höhe zwischen ca. 800 und 2000 Metern angebaut – die ideale Anbauhöhe variiert je nach Bodenbeschaffenheit und Landesklima. Die Pflanzen sind jedenfalls recht anspruchsvoll. Um sich wohlzufühlen, brauchen sie ziemlich gleichmäßige Temperaturen um die 20 °C. Hitze, Frost und Trockenperioden vertragen sie nicht. Am Badestrand wären Arabica-Pflanzen die Ersten, die sich einen Sonnenschirm sichern, denn zu viel direktes Sonnenlicht schadet den meisten Sorten. Viel lieber stehen sie im Schatten großer Bäume.

Bedingt durch die Höhenlage, wachsen Arabica-Pflanzen langsam, und auch die Kaffeekirschen brauchen viel Zeit zum Reifen. Dadurch können sich zahlreiche komplexe Aromen ausbilden. Typisch für Arabica sind die feinen, vielschichten Geschmacksnuancen, eine fruchtige Säure und der hohe Zuckergehalt der Kirschen.

Coffea canephora – entwicklungsgeschichtlich die deutlich ältere Pflanze – ist weniger empfindlich gegen Temperaturschwankungen, die Sonne und auch gegen Schadinsekten. Eben „robust“. Diese Pflanzen wachsen schon in niedrigen Höhen ab 200 Metern und vertragen Temperaturen bis ca. 35 °C. Sie werden größer und tragen mehr Früchte als Arabica-Pflanzen. Der typische Canephora-Geschmack erinnert an dunkle Schokolade, an Erde und geröstete Nüsse. Die Robusta-Bohnen enthalten ungefähr doppelt so viel Koffein wie Arabica.

Fast reife rote Kaffeekirschen
Bald reif zum Ernten
Rot leuchten die Kaffeekirschen unter dem grünen Blätterdach der Plantage

Ungleiche Brüder

All das macht es leicht, den Canephora-Kaffee schief anzuschauen. Er gilt als so etwas wie der grobschlächtige große Bruder des zarten, sensible Arabica. Doch die kräftigeren Geschmacksnoten des Robusta geben Kaffeemischungen Körper und Fülle. Espressomischungen enthalten oft bis zu 50% Robusta, denn die Italiener wissen um die schönen Karamellnoten, die er in Verbindung mit Zucker entfaltet. Robusta braucht nicht bitter und stumpf zu schmecken, sondern kann auch weich und rund geraten, und die geringere Säure empfinden viele Kaffeegenießer als sehr angenehm. Vieles hängt bei Kaffee von Anbau und Aufbereitung ab. Seine relative Unempfindlichkeit und Ergiebigkeit machen den Canephora interessant für die industrielle Produktion. Wo auf Masse gearbeitet wird, bleibt die Sorgfalt leider oft auf der Strecke. Nachlässige Verarbeitung – ob bei der Ernte, wenn unreife Kirschen nicht sauber aussortiert werden, oder bei der Röstung, wenn im Schnellverfahren geröstete Kaffeebohnen möglicherweise verbrennen – rächt sich. Wenn nicht in der Kasse, dann doch in der Tasse.

Klar ist aber: Es geht auch anders. „Robusta“ bedeutet nicht zwangsläufig ein minderwertiges Billigprodukt, und „Arabica“ garantiert noch lange keine Gaumenfreuden. Ein sorgfältig kultivierter und verarbeiteter Canephora kann ausgesprochen komplexe Aromen entfalten: nussig, malzig, schokoladig, auch Aromen von Trockenobst, Beeren und Blüten sind bekannt. Seinen schlechten Ruf hat der Canephora-Kaffee nicht verdient, er verdankt ihn meist lieblosem Anbau und schlampiger Verarbeitung. Erfreulicherweise entwickelt sich langsam ein Markt für hochwertige Canephora-Sorten. Hier wird es in den nächsten Jahren noch viel zu entdecken geben.

Schön geröstete Kaffeebohnen
Ein Händchen für Kaffee: So entsteht Qualität
Auf die liebevolle Verarbeitung kommt es an


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