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Miomente

Sushi richtig essen – kleiner Japan-Knigge

Beim Sushi-Essen könnt ihr euch als echte Kenner der japanischen Esskultur erweisen oder als ignorante Langnasen dem Gelächter der Japaner preisgeben. Auch, wenn die das immer hinter vorgehaltener Hand tun werden. Dabei gibt es ein paar ganz einfache Regeln, mit denen ihr auch in den Augen der Asiaten sofort ein wenig an Ansehen gewinnen könnt und die größten Fettnäppfchen im Restaurant umgeht. Hier verraten wir euch die wichtigsten Tischsitten beim Sushi-Essen und geben euch ein paar wertvolle Tipps im Umgang mit Stäbchen, Wasabi und Co. in unserem kleinen Japan-Knigge.

Stäbchen oder Finger?

Immer wieder sieht man Europäer, die sich fast den Arm brechen, wenn sie Sushi mit Stäbchen zu essen versuchen. Dabei ist Sushi klassisches Fingerfood und es ist ungefähr genau so seltsam für Japaner, wenn sie sehen, wie wir Sushi mit Stäbchen essen, wie wir hierzulande lachen würden, wenn jemand mit Gabel und Messer Pommes aus der Tüte ist.

Nichtsdestotrotz hat sich das Essen mit Stäbchen besonders bei den japanischen Einwanderen in den USA etabliert – daher ist es in Ordnung, wenn man Sushi mit Stäbchen isst – allerdings sollte man dazu den Umgang mit den Stäbchen auch beherrschen. Sonst darf man natürlich auch mit den Fingern essen. Was gar nicht geht: Sushi mit der Gabel essen.

Sushi wird nie mit der Gabel gegessen

So nicht: Eine Gabel hat beim Sushi-Essen nichts zu suchen!

Abbeißen oder in einem Happen?

Sushi in mehreren Bissen zu essen gilt als verpönt und unfein. Man steckt das Stück in einem Happen in den Mund. Außer, bei sehr großen Sushi, da ist abbeißen erlaubt – dann aber sollte man auf keinen Fall das angebissene Stücke auf den Teller zurücklegen, sondern in den Händen behalten und im nächsten Bissen aufessen.

Auch hier erweist es sich als wesentlich pragmatischer, das Sushi mit den Händen zu essen – denn angebissenes Sushi zerfällt schnell und landet unfein auf dem Tischtuch.

Sushi immer nur im Ganzen essen - nicht abbeißen

So ist es richtig: Sushi immer im Ganzen in den Mund stecken!

Wasabi und Sojasauce mischen?

Den scharfen Wasabi mit der Sojasauce zu vermischen, gilt als No Go und Todsünde. In authentischen, guten japanischen Restaurants wird man meist nicht mal Wasabi am Tisch finden, denn der Sushimeister würzt das Sushi schon bei der Zubereitung in der perfekten Dosis mit Wasabi.

Das ist hierzulande natürlich oft nicht der Fall. Dann stippt man die Stäbchen dezent in die Wasabipaste und streicht eine kleine Menge des grünen Scharfmachers vorsichtig auf den Fisch. Erst dann wird das Sushi in die Sojasauce getunkt.

Wasabi und Sojasauce mischt man nicht

So nicht: Wasabi und Sojasauce werden niemals verrührt!

Die Sojasauce – Sushi richtig dippen

Sojasauce hat in Japan etwa den gleichen Stellenwert wie ein sehr guter Wein hizulande. Echte, natürlich gebraute Sojasauce reift über Monate, teilweise Jahre ohne Zusatz von chemischen Stoffen in Fässern und entwickelt dabei ihren delikaten Geschmack – dementsprechend teuer ist sie. Daher gilt die Verschwendung von Sojasauce als Sünde.

Trotzdem ist der Geschmack der Sojasauce natürlich sehr dominant und salzig – bei Sushi aber steht immer der Geschmack des Fischs im Vordergrund und die kunstvoll komponierte Harmonie von Reis, der Schärfe des Wasabi, der Säure des Reisessigs und Süße des Noriblattes. Die Sojasauce liefert hier die salzigen Noten für die perfekte Aromenkombination. Aber alles muss in einem geschmacklichen Gleichgewicht bleiben. Da sich der Reis viel zu stark mit der Sojasauce vollsaugen würde und dann die salzige Komponente überwiegen würde, dippt man nie den Reis in die Sojasauce, sondern immer nur das Noriblatt oder den Fisch. Außerdem würde beim Dippen des Reises z.B. bei Nigiri das Sushi sofort zerfallen und in die Sauce fallen, was als sehr unfein gilt.

Sushi dippt man nie mit dem Reis in die Sojasauce

So nicht: Es wird nie der Reis in die Sojasauce getunkt – immer nur der Fisch oder das Noriblatt.

Ingwer (Gari) richtig essen

Gelegentlich kann man beobachten, dass Europäer den eingelegten Ingwer (Gari) einfach oben auf das Sushi legen und gemeinsam mit dem Maki verspeisen. Ein kulinarischer Fauxpax. Denn der Ingwer dient ausschließlich einem einzigen Zweck: er ist Geschmacksneutralisator und soll die Aromen und Noten des eben verspeisten Sushi klären und den Mund bereit machen für einen neuen Geschmack. Daher merke: Ingwer gehört niemals auf das Sushi! Es werden immer nur kleine Stücke zwischen den einzelnen Sushi-Bissen verzehrt.

Ingwer (Gari) soll den Geschmack im Mund neutralisieren

So ist es richtig: Den Ingwer isst man separat zwischen den Sushi-Bissen.

Kleine Stäbchenkunde

Wird neben den beliebten Maki und Nigiri auch Sashimi oder Chirashi-Sushi gereicht, dürfen Stäbchen natürlich nicht fehlen. Hier sollte man als Europäer folgende Regeln beachten:

  1. In guten Restaurants liegen die Stäbchen immer parallel zur Tischkante unterhalb des Tellers auf einem Bänkchen. Da legt man sie auch wieder ab.
  2. Nie mit Stäbchen auf andere zeigen – das ist mehr als unhöflich.
  3. Sushi niemals mit den Stäbchen aufspießen – dann lieber mit den Fingern nehmen.
  4. Die Stäbchen keinesfalls senkrecht in die Schüssel mit dem Reis stecken. Das wird nur bei einem buddhistischen Bestattungsritual so gemacht (hotokebashi). Dem Toten wird so symbolisch das letzte
    Mahl dargereicht.
  5. Das gegenseitige Kosten von Sushi der Tischnachbarn ist solange in Ordnung, solange man nicht das Sushi von Stäbchen zu Stäbchen weiterreicht. Auch dies erinnert die Japaner an die zeremonielle Weitergabe von kleinen Knochenüberbleibseln nach der Einäscherung von Verwandten. Und birgt ganz abgesehen davon die Gefahr, dass das Sushi zu Boden fällt.
Ess-Stäbchen richtig benutzen

So ist es richtig: Die Stäbchen liegen parallel zur Tischkante vor dem Teller auf einem Bänkchen.

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