089 - 215 52 20 40
Stadt wählen

Was ist Plant Based Food? Der neue Ernährungstrend mit Zukunft!

Nachhaltig und umweltfreundlich ernähren

Gut für den Körper, die Gesundheit und den Globus! Wer sich nach der Plant Based Ideologie ernährt, greift zu möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln aus der Natur, verzichtet größtenteils auf Fleisch und tierische Produkte und lässt eher unnötige Kohlenhydrate, wie weißen Zucker, so gut es geht weg. Was genau da auf den Teller kommt, warum das Ganze überhaupt und wie es sich von Veganismus oder RAW Food unterscheidet, verrät Koch Michael Hoffmann von Running Papaya in Berlin in unseren kurzen und knackigen Interview-Videos.

Michael Hoffmann

Unser Miomente-Koch aus Berlin

Mehr von Michael

Michael von Running Papaya hat sich auf eine authentische, leckere Küche mit gesunden und regionalen Zutaten spezialisiert. Beim Kochen verwendet er am liebsten wenig Zucker, kaum Kohlenhydrate und gesunde Fette. Genuss, Spaß beim Kochen und Essen und ein gesundes Maß an Laissez-Faire zeichnen ihn aus und machen seine Kochkurse zu einem gelungenen Erlebnis – langweilig wird es nie! Gleichzeitig nimmst du jede Menge neues Wissen, praktische Tipps und Profi-Rezepte mit nach Hause. Unnötig kompliziert macht es Michael seinen Kursteilnehmern zum Glück nicht. Er steht auf eine leicht zu kochenende Küche, die nachvollziehbar, nachhaltig und vor allem richtig lecker ist!

Alles über Plant Based! Koch Michael Hoffmann klärt uns auf!

Was bedeutet Plant Based?

Miomente: Was ist eigentlich Plant Based?

Michael Hoffmann: Plant Based ist eine Weiterentwicklung der veganen Ernährung. Die Leute haben festgestellt vegane Ernährung ist zwar gut für die Umwelt, weil nur Gemüse und keine tierischen Produkte gegessen werden, aber es muss nicht gesund sein. Es bedeutet, man kann auch durch vegane Ernährung dick werden oder ungesunde Produkte essen. Wie auch dieser Beyond Meat-Burger, der ja auch so gefeiert wird. Das ist ja auch ein Produkt, das aus ganz vielen anderen Produkten zusammengemixt ist und ein Fabrikationsprodukt ist und nichts mehr natürliches. Die Plant Based-Leute wollen wieder zurück zur Natur, ursprüngliche Produkte verwenden, möglichst wenig Zucker, wenig Kohlenhydrate und dann halt Gemüse. Manche essen auch ein bisschen Fleisch dazu. Aber grundlegend sollte extrem viel Gemüse gegessen werden, das selbst zubereitet ist und möglichst Bio und regional ist. Das nennt man dann Plant Based.

Sind tierische Produkte erlaubt?

Miomente: Wird komplett auf tierische verzichtet?

Michael Hoffmann: Auf die Produkte, die von Tieren erzeugt werden, wie Eier oder Milch, sollte man auch verzichten. Erst einmal, weil sie für unseren Körper nicht gut sind. Selbst Leute, die meinen sie vertragen Milch, vertragen Milch nicht zu 100 Prozent. Milch ist dafür da, Kälber zu ernähren und nicht dazu, Menschen zu ernähren und deswegen sollte man bei Plant Based-Ernährung auch auf diese tierischen Produkte komplett verzichten.

Ist “Beyond Meat” gesund?

Miomente: Was ist mit In-Vitro-Fleisch wie Beyond Meat? Sollte man das Fleisch vorziehen oder ist es ungesund?

Michael Hoffmann: Es ist nicht 100 Prozent ungesund, aber es ist ein verarbeitetes Produkt beziehungsweise ist es ja kein Lebensmittel mehr. Es ist eigentlich ein Produkt, das eine Fabrik hergestellt hat. Leute, die sich nach Plant Based ernähren, wollen möglichst unverarbeitete Lebensmittel und deshalb sollte das Gemüse ursprünglich sein und man muss es selbst frisch verarbeiten, damit man alle wichtigen Nährstoffe bekommt.

Miomente: … und auch gar nicht so viele Ersatzprodukte verwenden?

Michael Hoffmann: Genau deswegen sollte man versuchen, keine Ersatzprodukte aus Tofu, aus Seitan, aus Tempeh, wie es die vegane Bewegung macht, zu nutzen, sondern sich rein auf das, was der Acker bringt oder die Natur bringt konzentrieren und das dann essen.

Miomente: Es geht auch gar nicht darum, etwas zu erzeugen, das Fleisch ähnlich ist.

Michael Hoffmann: Genau darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, dass ich möglichst natürliche und unverarbeitete Lebensmittel zu mir nehme.

“Abfälle” werden verwertet

Miomente: Ein wichtiger Punkt ist doch auch das ganze Produkt zu verwenden, oder? Wie kann man das umsetzen?

Michael Hoffmann: Du kannst bei Lauch, Zwiebeln und Karotten das, was du abschneidest, für eine Brühe verwenden. Strünke in Tomaten oder Paprika beispielsweise sind leider oft bitter, die kann man nicht in der Küche verwerten, aber die kannst du auf den Kompost werfen. Manchmal weiß man aber auch gar nicht, was man alles verwerten kann und denkt, es muss weg. Den Strunk von einem Brokkoli kann man zum Beispiel ganz gut essen, den kann man fein schneiden. Er schmeckt ähnlich wie Kohlrabi. Man kann einen Salat daraus machen. Ich habe eine Bekannte, die paniert Bananenschalen und frittiert sie aus. Von der Kiwi kann man die Schale auch essen. Das wissen auch ganz viele nicht. Es gibt einige Möglichkeiten.

Unterschied zur veganen Ernährung

Miomente: Was ist denn jetzt genau der Unterschied von Veganismus und Plant Based.

Michael Hoffmann: Plant Based ist die Weiterentwicklung von Veganismus. Die veganen Leute wollen sich fleischlos zu ernähren, versuchen aber die tierischen Produkte durch irgendwelche Ersatzprodukte, die industriell hergestellt werden, zu ersetzen. Es ist ein Hähnchenfilet, das vegan ist, aber nach Hähnchen schmeckt. Oder der Beyond Meat Burger. Du kannst ja auch sehr viel Zucker essen. Das ist in der veganen Ernährung auch nicht verboten. In der Plant Based Ernährung sagt man, man möchte auf diese Sachen verzichten, die eigentlich auch ungesund sind. Dazu gehören dann auch Zucker und einfache Kohlenhydrate. Die will man reduzieren oder ganz weglassen. Man möchte sich nur noch von Gemüse und komplexen Kohlenhydraten ernähren und verwendet viel Süßkatoffeln oder Wurzelgemüse etc.

Miomente: Also ist es so ein Mix aus gesunder und nachhaltiger Ernährung?

Michael Hoffmann: Genau. Es ist eine Ernährung, die den Körper nicht angreift, die aber auch gut für die Natur ist und das nennt sich dann Plant Based.

Wie kann ich auf Zucker verzichten?

Miomente: Wie funktioniert denn zuckerfreie Ernährung. Das finde ich gar nicht so einfach.

Michael Hoffmann: Doch natürlich (lacht). Man kann nicht komplett auf Zucker verzichten, weil auch in Obst und Gemüse Zucker steckt. Aber diesen weißen Zucker sollte man einfach reduzieren oder weglassen. In Fertiggerichten, wie Pizza oder Burgern, ist sehr viel Zucker. Auch in billigen Brötchen, die man kaufen kann, steckt viel Zucker. Man sollte einfach versuchen, die Süße über andere Wege zu finden. Wie zum Beispiel über Datteln. Dadurch bekommt man eine tolle Süße. Beim Backen kann man auch einfach versuchen, die Zuckermenge aus dem Rezept zu reduzieren. Ganz weglassen kann man Zucker nicht immer. Ein Hefekuchen oder ein Rührkuchen braucht einfach Zucker, weil die Hefe oder das Backpulver sonst nicht arbeiten kann. Aber ich kann die Menge sehr reduzieren und dafür zum Beispiel Zimt und Vanille reingeben und schon schmeckt der Kuchen eigentlich genauso. Ich habe aber den Zuckergehalt sehr reduziert.

Miomente: Sollte man statt weißem Zucker Agavendicksaft oder ähnliche Alternativen nehmen?

Michael Hoffmann: Aus ernährungsphysiologischer Sicht haben die auf den Körper den gleichen Effekt wie normaler Zucker. Der Blutzuckerspiegel geht sehr schnell in die Höhe. Das haben wir bei Agavendicksaft, bei Ahornsirup, bei Honig etc. Bei diesen modernen Zuckeraustauschstoffen, wie Birkenzucker, da ist es für den Körper ein bisschen anders. Die haben ein bisschen weniger Kalorien. Dann gibt es noch den Kokosblütenzucker. Ich kann also bei manchen Gerichte darauf ausweichen. Nur für manche Gerichte brauche ich wirklich den normalen Zucker, weil sonst die Sachen einfach nicht funktionieren, wie Backvorgänge und sowas. Das ist dann auch in geringen Mengen erlaubt, wenn man unbedingt einen Kuchen braucht. Man kann zum Beispiel auch ein Bananenbrot machen. Da hat man gar keinen Zucker drin und hat die süße durch die Bananen. Oder man hat einen Rohkostkuchen. Stichwort Avocado-Cheesecake und kann durch Datteln und Nüsse Süße erzeugen.

Gesunde Fette

Miomente: Was sind gute Fette?

Michael Hoffmann: Bei Fetten ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Produkt mehrfach oder einfach ungesättigte Fettsäuren hat. Das haben wir zum Beispiel in Avocados, in Nüssen, in guten Ölen, wie Leinöl, gutem Rapsöl und gutem Olivenöl oder in kalt gepressten Ölen, wie Nussöl, zum Beispiel Walnussöl, Haselnussöl oder Kürbiskernöl. Da stecken die gesunden Fette drin, die wir zu uns nehmen können.

Pflanzliche Proteinquellen

Miomente: Welche Lebensmittel sind besonders eiweißreich?

Michael Hoffmann: Wenn ich mich nach der Plant Based Ernährung ernähre, muss ich aus Eiweißquellen aus der Natur zurückgreifen. Viele Leute denken, wenn ich keine tierischen Eiweiße esse, kann ich nicht genug Leistung bringen. Aber man kann auch mit pflanzlichen Eiweißen sehr viel Leistung bringen. Viel Eiweiß steckt in Hülsenfrüchten, wie Bohnen, Linsen, Erbsen. Auch in Sojabohnen, in Lupinen, das ist eine sehr eiweißreiche Pflanze, die in Deutschland wächst. In Kichererbsen steckt viel Eiweiß. So kann man ganz ohne tierische Produkte, Eiweiß zu sich nehmen. Es gibt gerade einen Film, in dem Spitzensportler interviewt worden sind, die sich nur vegan ernähren beziehungsweise nur auf pflanzliche Proteinquellen zurückgreifen und trotzdem super tolle Leistungen erbringen. Der stärkste Mann auf der Welt ist ja auch vegan und kein Fleischesser. Ich habe einen Bekannten, der isst nach dem Sport drei Dosen rote Bohnen, einfach um seine Portion Eiweiß zu bekommen.

Ist Rohrzucker besser als weißer Zucker?

Miomente: Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?

Michael Hoffmann: Nee, normalerweise nicht. Es ist exakt das Gleiche. Der Rohrzucker ist nur eine Vorstufe vom weißen Zucker. Zucker wird meist aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt. Der ist erst braun und wird dann noch einen Schritt weiterverarbeitet und wird dann weiß. Für den Körper ist es exakt das Gleiche. Es schmeckt ein bisschen anders. Brauner Zucker ist ein bisschen malziger. Besser wäre da Kokosblütenzucker, der schmeckt ähnlich malzig und hat ungefähr 20 Prozent weniger Kalorien als der normale Zucker. Dann hast du ein bisschen was gespart.

Unterschied zur RAW Food Ernährung

Miomente: Was ist RAW Food?

Michael Hoffmann: RAW Food ist eine Ernährungsform, bei der du die Gerichte bei der Zubereitung nicht über eine bestimmte Temperatur erhitzen darfst. Ich glaube, das sind 62 Grad. Alles wird also sehr roh verarbeitet. Aber da ist dann auch wieder Zucker erlaubt. Aber es geht auch darum, nicht stark verarbeitetet Produkte zu verwenden. Diese Ernährungsformen sind sich alle schon sehr ähnlich. Immer nur ein paar Nuancen anders.

Kochkurse bei Michi

Menü